Wortfeld
Unter Wortfeld versteht man allgemein eine Menge (Gruppe) von partiell synonymen Wörtern, deren Bedeutungen voneinander abhängen.
Nahezu gleichbedeutend mit Wortfeld sind: Lexikalisches Feld, Bedeutungsfeld, Begriffsfeld, Sinnbezirk. In der neueren Lexikologie wird in diesem Zusammenhang auch von Synset gesprochen.
Den Begriff des Wortfeldes hat Jost Trier 1931 in der linguistischen Diskussion etabliert. Er bezeichnete damit eine Gruppe von sinnverwandten Wörtern einer Sprache, deren Bedeutungen sich gegenseitig begrenzen und die lückenlos einen bestimmten begrifflichen Bereich abdecken sollen.
Definition von Wunderlich: Ein paradigmatisches lexikalisches Feld ist eine Menge von Wörtern (Ausdrücken) mit ähnlicher Bedeutung. Die Wörter gehören zur selben grammatischen Kategorie und können füreinander in Sätzen eingesetzt (substituiert) werden, ohne dass sich deren Bedeutung dadurch wesentlich ändert. Das Feld kann oft durch einen einzigen Begriff aus der betreffenden Sprache charakterisiert werden.Wunderlich, Arbeitsbuch Semantik, 2. Aufl. (1991), S. 235
Als wesentlich wird betont: So ist das Feld weniger als ein zweidimensionales Gebilde im Sinne eines Mosaiks zu verstehen, sondern eher als Kraftfeld. Seine Eigenschaften sind Geordnetheit, Wechselbestimmtheit (der einzelnen Inhalte), Vollständigkeit (es gibt keine leeren Stellen) und Wohlgeschiedenheit (von anderen Feldern).Fischer Kolleg Abiturwissen, Deutsch (2002), S. 28 Dies dürfte allerdings eine eher idealtypische Beschreibung sein.
Der Feldbegriff basiert auf der Grundvorstellung Wilhelm von Humboldts, dass die Gliederung das allgemeinste und tiefste Merkmal aller Sprache sei.Zit. nach: Fischer Kolleg Abiturwissen, Deutsch (2002), S. 28
Der Ausdruck Wortfeld wurde 1924 von Gunther Ipsen eingeführt und 1931 von Jost Trier in seinem Werk Der deutsche Wortschatz im Sinnbezirk des Verstandes bahnbrechend übernommen. Die Wortfeldtheorie wurde besonders von Leo Weisgerber im Rahmen seiner Inhaltbezogenen Sprachwissenschaft weiter ausgebaut und systematisiert.Leo Weisgerber, Grundzüge der inhaltbezogenen Grammatik, Düsseldorf 1962, S. 162ff. Nach Ansicht einiger Autoren kann (sie) als Vorläufer der strukturellen Semantik gelten.Homberger, Sachwörterbuch (2000): Wortfeld. Der Theorie vom Wortfeld wird vorgeworfen, dass sie eher intuitiv und weniger auf expliziten Regeln aufgebaut istHomberger, Sachwörterbuch zur Sprachwissenschaft (2000): Wortfeld und die objektive Festsetzung der Feldgrenze ein Problem sei.Pelz, Linguistik (1996), S. 195 Die Feldauffassung von Trier/Weisgerber wurde in der Folge der philosophischen Deutung der Felder, die als sprachliche Zwischenwelt bezeichnet wurden, stark kritisiertKühn, Lexikologie (1994), 56. Die Zwischenwelt-Theorie von Leo Weisgerber dürfte aber auf einer neohumboldtianischen SprachauffassungFischer Kolleg Abiturwissen, Deutsch (2002), S. 28 beruhen, die für die Entwicklung der Wortfeldtheorie von grundlegender Bedeutung war.
Die Wortfeldtheorie wurde formalisiert durch strukturalistische Arbeiten zur semantischen Komponentenanalyse. Wortfelder dienen der Analyse semantischer Relationen zwischen Lexemen und dienen als Mittel der Beschreibung lexikalischer TeilsystemeKühn, Lexikologie (1994), 56. Untersuchungen zur empirischen Fundierung von Wortfeldern stellen Goeke und Kornelius dar.Dieter Goeke, Joachim Kornelius: Wortfelder aus bemessenen Ordnungen. Ein empirischer Beitrag zur Wortfeldforschung. Wissenschaftlicher Verlag, Trier 1984. ISBN 3-922031-95-1
Als besondere Form von Wortfeldern können syntagmatische lexikalische Felder angesehen werden. Ein syntagmatisches lexikalisches Feld ist ein Paar von Wörtern (Ausdrücken), die in einer syntaktischen Konstruktion aufeinanderfolgen und stets aufeinander bezogen sind . Die entsprechenden Wörter in den Paaren gehören zu derselben grammatischen Kategorie und zum selben paradigmatischen Feld. Beispiele: Tierlaute: Hund/bellen; Löwe/brüllen; Hirsch/röhren; Frosch/quaken.Wunderlich, Arbeitsbuch Semantik, 2. Aufl. (1991), S. 235.
Nahezu gleichbedeutend mit Wortfeld sind: Lexikalisches Feld, Bedeutungsfeld, Begriffsfeld, Sinnbezirk. In der neueren Lexikologie wird in diesem Zusammenhang auch von Synset gesprochen.
Den Begriff des Wortfeldes hat Jost Trier 1931 in der linguistischen Diskussion etabliert. Er bezeichnete damit eine Gruppe von sinnverwandten Wörtern einer Sprache, deren Bedeutungen sich gegenseitig begrenzen und die lückenlos einen bestimmten begrifflichen Bereich abdecken sollen.
Definitionen und Rezeption :
Definition von Kühn: Unter einem Wortfeld wird ein lexikalisch-semantisches Paradigma verstanden, das durch das Auftreten eines gemeinsamen semantischen Merkmals zusammengehalten wird, und in dem die Lexeme durch bestimmte semantische Merkmale in Opposition zueinander stehen und damit ein Netz von semantischen Beziehungen konstituieren Kühn, Lexikologie (1994), S. 56.Definition von Wunderlich: Ein paradigmatisches lexikalisches Feld ist eine Menge von Wörtern (Ausdrücken) mit ähnlicher Bedeutung. Die Wörter gehören zur selben grammatischen Kategorie und können füreinander in Sätzen eingesetzt (substituiert) werden, ohne dass sich deren Bedeutung dadurch wesentlich ändert. Das Feld kann oft durch einen einzigen Begriff aus der betreffenden Sprache charakterisiert werden.Wunderlich, Arbeitsbuch Semantik, 2. Aufl. (1991), S. 235
Als wesentlich wird betont: So ist das Feld weniger als ein zweidimensionales Gebilde im Sinne eines Mosaiks zu verstehen, sondern eher als Kraftfeld. Seine Eigenschaften sind Geordnetheit, Wechselbestimmtheit (der einzelnen Inhalte), Vollständigkeit (es gibt keine leeren Stellen) und Wohlgeschiedenheit (von anderen Feldern).Fischer Kolleg Abiturwissen, Deutsch (2002), S. 28 Dies dürfte allerdings eine eher idealtypische Beschreibung sein.
Der Feldbegriff basiert auf der Grundvorstellung Wilhelm von Humboldts, dass die Gliederung das allgemeinste und tiefste Merkmal aller Sprache sei.Zit. nach: Fischer Kolleg Abiturwissen, Deutsch (2002), S. 28
Der Ausdruck Wortfeld wurde 1924 von Gunther Ipsen eingeführt und 1931 von Jost Trier in seinem Werk Der deutsche Wortschatz im Sinnbezirk des Verstandes bahnbrechend übernommen. Die Wortfeldtheorie wurde besonders von Leo Weisgerber im Rahmen seiner Inhaltbezogenen Sprachwissenschaft weiter ausgebaut und systematisiert.Leo Weisgerber, Grundzüge der inhaltbezogenen Grammatik, Düsseldorf 1962, S. 162ff. Nach Ansicht einiger Autoren kann (sie) als Vorläufer der strukturellen Semantik gelten.Homberger, Sachwörterbuch (2000): Wortfeld. Der Theorie vom Wortfeld wird vorgeworfen, dass sie eher intuitiv und weniger auf expliziten Regeln aufgebaut istHomberger, Sachwörterbuch zur Sprachwissenschaft (2000): Wortfeld und die objektive Festsetzung der Feldgrenze ein Problem sei.Pelz, Linguistik (1996), S. 195 Die Feldauffassung von Trier/Weisgerber wurde in der Folge der philosophischen Deutung der Felder, die als sprachliche Zwischenwelt bezeichnet wurden, stark kritisiertKühn, Lexikologie (1994), 56. Die Zwischenwelt-Theorie von Leo Weisgerber dürfte aber auf einer neohumboldtianischen SprachauffassungFischer Kolleg Abiturwissen, Deutsch (2002), S. 28 beruhen, die für die Entwicklung der Wortfeldtheorie von grundlegender Bedeutung war.
Die Wortfeldtheorie wurde formalisiert durch strukturalistische Arbeiten zur semantischen Komponentenanalyse. Wortfelder dienen der Analyse semantischer Relationen zwischen Lexemen und dienen als Mittel der Beschreibung lexikalischer TeilsystemeKühn, Lexikologie (1994), 56. Untersuchungen zur empirischen Fundierung von Wortfeldern stellen Goeke und Kornelius dar.Dieter Goeke, Joachim Kornelius: Wortfelder aus bemessenen Ordnungen. Ein empirischer Beitrag zur Wortfeldforschung. Wissenschaftlicher Verlag, Trier 1984. ISBN 3-922031-95-1
Beispiel :
Als Beispiel eines Wortfeldes wird hier im Anschluss an Weisgerber/BaumgärtnerWunderlich, Arbeitsbuch Semantik, 2. Aufl. (1991), S. 235; Ulrich, Linguistische Grundbegriffe, 5. Aufl. (2002): Wortfeld sterben angeführt.| Bereich | Begriff |
|---|---|
| A äußerlich verursacht: |
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A I durch Krankheit und Verletzung
|
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A II durch Mangel
|
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A III durch Einwirkung:
|
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| B qualvoll |
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Differenzierungen :
Man kann zwischen geschlossenen und offenen Wortfeldern unterscheiden. Als Beispiele für geschlossene Wortfelder werden Wochentage oder Monatsnamen, als Beispiel für ein offenes Wortfeld das der Namen für Farben genannt.Haderlein, in: Langner/Schnorbusch, Semantik (2005), S. 22.Als besondere Form von Wortfeldern können syntagmatische lexikalische Felder angesehen werden. Ein syntagmatisches lexikalisches Feld ist ein Paar von Wörtern (Ausdrücken), die in einer syntaktischen Konstruktion aufeinanderfolgen und stets aufeinander bezogen sind . Die entsprechenden Wörter in den Paaren gehören zu derselben grammatischen Kategorie und zum selben paradigmatischen Feld. Beispiele: Tierlaute: Hund/bellen; Löwe/brüllen; Hirsch/röhren; Frosch/quaken.Wunderlich, Arbeitsbuch Semantik, 2. Aufl. (1991), S. 235.
Quellen :
Literatur :
- Geckeler, Horst: Strukturelle Semantik und Wortfeldtheorie. 3., unver. Aufl. Wilhelm Fink Verlag, München 1982.
- Haderlein. In: Langer/Schnorbusch: Semantik im Lexikon (2005), S. 22f.
- Homberger: Sachwörterbuch (2000): Wortfeld
- Kühn: Lexikologie (1994), S. 56
- Trier, Jost (1973)
- Ulrich: Linguistische Grundbegriffe, 5. Aufl. (2002): Wortfeld
- Weisgerber, Leo: Grundzüge der inhaltbezogenen Grammatik, Düsseldorf 1962, S.162ff
- Wunderlich: Arbeitsbuch Semantik, 2. Aufl. (1991), S. 126, 235ff.
- van der Lee, Anthony; Reichmann, Oskar (Hrsg.):Aufsätze und Vorträge zur Wortfeldtheorie. Mouton, Paris.
Siehe auch :
- Lexikalische Dekomposition
- Komponentenanalyse, lexikalische Semantik, Sem, Semem, Wortfamilie